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Q-Zeitung Dezember 2020

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„Flüchtlingshilfe Quirnbach“ mit Integrationspreis 2020 ausgezeichnet

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Wettbewerb "Gemeinsam stark sein"

Unser LEADER-Projekt „Quirnbach inTakt“ hat beim Wettbewerb der bundesdeutschen Vernetzungsstelle der LEADER-Regionen mitgemacht, das Motto war „täglich gut versorgt“.
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Quirnbach Gestern und Heute

Heute ist die Gemeinde Quirnbach/Pfalz mit den Ortsteilen Liebsthal und Quirnbach ein blühendes Dorf mit einer intakten Infrastruktur, einem funktionierenden Vereinsleben und einer facettenreichen Geschäftswelt. Man weiß zu feiern und sich wohlzufühlen, sportliche Betätigung ist ebenso möglich, wie kulturelles Wirken in einem der Chöre. Soziale oder ökologische Gesichtspunkte kommen in den zahlreichen Vereinen ebenfalls nicht zu kurz. Auch bescheidene Bestrebungen im Tourismus und Fremdenverkehr gibt es zu verzeichnen, die Ferienwohnung "Resi", ein Reiterhof und 5 Ferienhäuser laden herzlich ein.

Die Anfänge des Dorfes

Die Wurzeln für all dies liegen im Dunkeln. Besiedelt wurde unsere Gegend schon von den Römern, wie zahlreiche Funde beweisen. Nach dem Untergang des Römischen Weltreiches folgte eine Besiedlung durch die Franken. Die auf -bach endenden Orte wurden ab dem 9. nachchristlichen Jahrhundert gegründet, die Ersterwähnung Quirnbachs datiert aus dem Jahr 1152 unter dem Namen Querenbach. Der Ortsteil Liebsthal ist im Jahr 1349 als Lybestatt erstmals erwähnt.
Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts gehörte Quirnbach zur Grafschaft Veldenz. Mit dem Aussterben der Grafen in männlicher Linie ging die Grafschaft im Jahr 1444 an die Herzöge von Zweibrücken über.

Die Entwicklung der Quirnbacher Pfarrei

Eng verbunden mit den weltlichen Ereignissen war die kirchliche Entwicklung in Quirnbach. So schreibt der Quirnbacher Pfarrer Emil Müller in seiner Chronik von 1890, schon vor der Reformation habe in Quirnbach eine eigenständige Pfarrei bestanden. Die älteste daraufhinweisende Nachricht besagt, dass nach dem Tod Pfarrer Kaysers am 15.03.1518 dessen Stelle durch den päpstlichen Protonotar Marianus Carraciolus dem Priester Lorenz aus Altenglan verliehen worden sei. Demzufolge gab es damals schon eine Kirche im Dorf, sie wird als Bartholomäuskirche bezeichnet. Im Mai 1773 berichtete der damalige Pfarrer Heintz, der Kirche drohe von drei Seiten der Einsturz.

1777 schließlich wurde mit dem Bau der heutigen Kirche begonnen, sie wurde am 6. Dezember 1778 ihrer Bestimmung übergeben.
Die Kirche besitzt keinen eigenen Glockenturm, sie ist eine typische Dorfkirche mit Dachreiter. Im Krieg wurden zwei der drei Glocken eingeschmolzen, wie es sicher vielerorts war. In den 50er Jahren wurde aber wieder die ursprüngliche Anzahl Glocken angeschafft. Viel von ihren charakteristischen Eigenschaften verlor die Kirche durch umfangreiche Renovierungsarbeiten in den 60er Jahren. Durch den Wiedereinbau des in jener Zeit abhanden gekommenen Lutherfensters konnte wenigstens ein Teil jener Charakteristika wiegergewonnen werden. Besondere Verdienste beim Wiedereinbau dieses Fensters hat sich der leider schon verstorbene Dr. Adolf Weidmann aus Matzenbach erworben.

Die Entwicklung des Dorfes

Die erste urkundliche Erwähnung der Quirnbacher Märkte datiert aus dem Jahre 1444. Das nächstjüngere Zeugnis findet sich in den Kellereirechnungen des Oberamtes Lichtenberg, die besagen, dass auf dem Bartholomäusmarkt drei Fuder zweieinhalb Ohm (etwa 3150 Liter) herrschaftlicher Wein verzapft wurde.
Die Bedeutung Quirnbachs wird auch dadurch unterstrichen, dass seit dem Jahr 1798 eine selbstständige Bürgermeisterei mit den Dörfern Frutzweiler, Hüffler, Liebsthal, Trahweiler, Rehweiler und Wahnwegen bestand. Im Zuge der Verwaltungsreform wurde diese Bürgermeisterei erst im Jahr 1972 aufgelöst.

Die Quirnbacher Märkte

Geprägt wurde die Entwicklung der Gemeinde jedoch von den Märkten im 18. und 19. Jahrhundert. Sie waren über die Grenzen unserer Region hinaus bekannt und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für das Dorf. Heute ist von dieser großartigen Markttradition „nur“ noch der Pferdemarkt verblieben.
Besucht man heute den Quirnbacher Pferdemarkt am zweiten Mittwoch im November, so hat der Markt sein eigenes Flair. Angefangen von der Atmosphäre am Pferdeplatz, der Stimmung im Festzelt bis hin zum Gedränge an den Buden und Ständen. Auch die Lotterie übt schon Wochen vor dem Markttermin ihren Reiz auf die Besucher aus.
Der Pferdemarkt ist keineswegs eine Erfindung der heutigen Generation oder ein modernes Dorffest. Er ist viel mehr ein Relikt einer jahrhundertelangen Markttradition in Quirnbach. Mag es auch damals dann und wann einen bescheidenen Wohlstand gegeben haben, der Pferdemarkt war auch immer ein Treffpunkt des kleinen Mannes, der ländlichen Bevölkerung eben. Schon im letzten Jahrhundert war der Pferdemarkt ein Besuchermagnet für die Bevölkerung weit über unsere Region hinaus.
Folgerichtig ließ die Gemeinde Quirnbach den traditionsreichen Markt gemeinsam mit den Quirnbacher Vereinen und Bürgern wieder aufleben.
Dass auch schon in früheren Zeiten das Dorf an Markttagen aus allen Nähten platzte, mag folgende Begebenheit aus dem Jahr 1780 belegen. In seinem Büchlein aus dem Jahr 1896 „Aus der Geschichte des Dorfes Quirnbach“ lässt der Autor, Pfarrer Emil Müller, seinen Vorgänger, Pfarrer Heintz berichten:
„Als ich auf den bartholomäusmarkt im dasigen Schulhause zu Mittag gegessen, wurde mir angezeigt, daß in der Kirche viele Leute speiseten. Dieses nun näher zu erfahren, ging ich selbsten in die Kirche hinein, traf daselbsten an: Hr. Amtskeller von Müllstein und Hr. Forster Reumann aus Reichenbach, beide protestantischer Religion, nebst noch drei Herren von Kusel. Diese herren ließen sich einen Tisch in den Gang setzen und ihr Mittagessendahin bringen, waren auch eben im Begriff dasselbe einzunehmen.Ich gab ihnen hierüber mein Missfallen mit diesen Worten zu erkennen: Es wäre nicht schicklich, wenn man einen zum Gottesdienst geweihten Ort zu einem Wirthssaale gebrauchen wollte.Gedachte herren entschuldigten sich also: Ich sollte nicht übelnehmen, sie hätten wegen der Menge der Marktleute in keinem Hause hierzu Platz finden können. Sie legten sogleich aus eigenem Trieb ohngefähr 12 Batzen für das dasige Almosen zusammen; welche dem zugegen gewesenen Censoren Ohliger zur Verwahrung überlassen wurden.“